PRAXIS – Projektatelier Staab
Alexander Basile – Ironischerweise werden
wir gebeten zu handeln
Die Stadt und ihre unterschiedlichen Räume mit künstlerischen Mitteln zu erforschen und zu deuten, ist gerade bei jüngeren Kreativen von besonderem Interesse. Der 1981 geborene Kölner Fotograf Alexander Basile, der 2008 mit dem Deutschen Fotobuchpreis ausgezeichnet wurde, beschäftigt sich seit 2002 mit Fragen der Raumwahrnehmung. In der für plan09 konzipierten Ausstellung werden erstmals seine aktuellen Fotoarbeiten cognitive mapping são paulo und die interaktive Videoinstallation Ironischerweise werden wir gebeten zu handeln präsentiert.
Die Fotoserie entstand 2006 in der brasilianischen Megalopolis São Paulo. Basile will mit seinen Bildern das eigene Zeichensystem, die Sprache dieser Stadt sichtbar machen. Ihnen an die Seite gestellt ist ein Text des Fotografen, der dem Betrachter eine Art emotionalen Sound als zusätzliche Dimension offeriert: „ ... There is an abstract form of irritation. A kind of language sent by buildings and the city itself that signals us something. If there is, then I heard the streets telling me and most of its inhabitants: ‘Keep out!’ And like flies bursting on windows there were all these people crashing with their young pure energy on high fenced walls. Only remembered by leaving their mark. The walls and doors of these areas were screaming straight forward: ‘No Entrance!’ ...”
Die Videoarbeit Ironischerweise werden wir gebeten zu handeln, die in diesem Jahr entstanden ist, führt zu scheinbar undefinierten und ungenutzten Stadträumen, typischen Unorten, „die aufgesucht, erinnert, wiedergefunden, aufgezeichnet, aneinandermontiert ...“
werden. Der Ausstellungsbesucher wird dabei automatisch zum Akteur der Installation, da er beim Betrachten der Videobilder mit in sie hineinprojiziert wird.
Im Rahmen der Ausstellung wird am Sonntag, den 27.09., unter dem Titel Handeln im Raum zu einem intensiven Themenabend eingeladen, der schon beinahe Symposiumsformat hat: Der in Wien lebende Stadtsoziologe Johannes Marent spricht über Eigenlogiken in inszenierten Stadtbildern, der in Köln lebende Architekturtheoretiker Jan Sauerborn über Undefinierte Räume,und der ebenfalls in Köln wohnende Philosoph Marco Schröder erörtert die Frage Wann und wie passiert Raum?. Anschließend wird diskutiert. Die Ausstellung selbst läuft bis zum 14. Oktober.
Ort:
PRAXIS – Projektatelier Staab, Eigelstein 112, Eigelstein-Viertel
Öffnungszeiten:
25.09., 18–24 Uhr, Eröffnung
26.–02.10., 12–21 Uhr
Termin:
So 27.09., 17–21 Uhr, Vorträge Eigenlogiken in inszenierten Stadtbildern von Johannes Marent, Undefinierte Räume von Jan Sauerborn, Wann und wie passiert Raum? von Marco Schröder, anschl. Diskussion
Info:
Michael Staab, T 0221–1393261
www.kunst-praxis-staab.de