Christoph Erxleben / Arthur Lingk / IG Alpenerplatz

Urbane Akupunktur

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Oft sind es gar nicht die großen städtebaulichen Planungen und Maßnahmen, die urbane Situationen bestimmen, sondern eher kleinere Faktoren und Momente, welche die „realexistierenden“ Verhältnisse in einer Straße oder einem Quartier prägen. Das haben sich auch die beiden jungen Architekten Christoph Erxleben und Arthur Lingk gesagt und sich zum Ziel gesetzt, „gerade die wenig beachteten Orte im Stadtbild unter die Lupe zu nehmen und diese einer Aufwertung zu unterziehen.“ Einen in diesem Sinne idealtypischen Fall stellt der Alpenerplatz in Köln-Ehrenfeld dar. Und dass der dringend einer entsprechenden Behandlung bedarf, ist nicht nur die Meinung von Erxleben und Lingk, sondern auch von einer ganzen Reihe engagierter Anwohner, die sich in der Interessengemeinschaft Alpenerplatz zusammengefunden haben. Bis vor knapp 150 Jahren befand sich an dieser Stelle ein Friedhof, woran ein verbliebenes Grabkreuz bis heute erinnert. Der Platz ist umschlossen von  einerkniehohen Mauer, gesäumt von Bäumen und insgesamt eingefasst von Wohnhäusern aus der Gründerzeit. Die rund 1000 Quadratmeter große Fläche zeichnet sich derzeit durch eine unattraktive Platzgestaltung, unzureichende Beleuchtung sowie ein Trafohäuschen aus, das als öffentliche Toilette missbraucht wird. Und durch einen hier angebrachten Spritzenautomaten, weshalb Drogenkonsumenten die Hauptnutzer dieses Ortes sind. Er besitzt aber auch barrierefreie Zugänge und – darüber sind sich alle einig – sehr viel ungehobenes Potenzial.
Seit Anfang dieses Jahres arbeiten die Architekten gemeinsam mit der IG Alpenerplatz an einem Aufwertungs- und Vitalisierungskonzept. Anlässlich von plan12 wird der Platz zum Spielfeld für die Aktion Urbane Akupunktur, ein Versuchslabor zur Erforschung der Möglichkeiten dieses vernachlässigten und bislang stark unterschätzten Stücks öffentlicher Raum. Zu sehen und zu benutzen ist ein Entwurf für Sitzgelegenheiten. Ausstellungstafeln am Trafohäuschen informieren die Besucher über die bestehende Situation ebenso wie über die geplanten Maßnahmen und angestrebten Veränderungen. Außerdem wird herrwolke mit seinen Urbanen Kommunikationsprothesen täglich im Einsatz sein, auf denen am 22. September eine Yoga-Aktion stattfindet (siehe Projekt 19). Am diesem Samstag stellt außerdem die IG Alpenerplatz ihre Arbeit vor, darunter eine Präsentation von Kerstin Jansen von der Astrid-Lindgren- Schule, unterstützt durch das Designbüro minds & makers. Am frühen Abend hält Frauke Burgdorff von der Montag Stiftung einen Vortrag zum Thema Inklusion und Urbane Räume. Und am Sonntag, dem 23. September, wird als eines der ersten gemeinsamen Anwohner-Vorhaben mit Hilfe des „ZDF-Gärtners“ Elmar Mai ein Urban-Gardening-Projekt gestartet. Tagesaktuelle Informationen zu weiteren Aktivitäten kann man auf der facebook-Seite Alpenerplatz finden.

 

Urban acupuncture Often it is not at all the major development plans and measures that determine an urban situation but rather the smaller factors and moments that leave their mark on the 'real existing' conditions along a street or in a neighbourhood. The young architects Christoph Erxleben and Arthur Lingk have said much the same thing. They have made it their aim 'to take a magnifying glass to precisely the less-regarded locations within a cityscape and to subject these places to an upgrade.' A typical case in this connection is Alpenerplatz, a square in Cologne-Ehrenfeld. And that it urgently needs appropriate treatment is the opinion not just of Erxleben and Lingk, but also of an assortment of committed residents who have joined forces to create the Alpenerplatz Interest Group. Up until nearly 150 ago, this site was the home of a cemetery, a fact to which a single remaining cross attests to this day. The square is surrounded by a knee-high wall, lined with trees and in its entirety framed by residential buildings that date to the Wilhelminian era. Currently, this area roughly 1000 square metres in size is distinguished by an unattractive square design, inadequate lighting and a transformer building that is misused as a public toilet. And by a syringe-dispensing machine, which makes drug consumers this location's principal users. Yet it also possesses barrier free access and – as all are agreed – a great deal of untapped potential.
Since the beginning of this year, the architects have been working with the Alpenerplatz Interest Group on an improvement and vitalisation concept. On the occasion of plan12, the square will become a playing field for the campaign Urbane Akupunktur: an experimental laboratory for investigation of the possibilities of this neglected and, to date, profoundly underappreciated slice of public space. Visitors can view and make use of a draft design for seating. Exhibition panels affixed to the transformer building provide visitors information about the current situation, the measures planned and the changes sought. Besides this, herrwolke will be in action each day with his Urbanen Kommunikationsprothesen (see Project 19). On 22 September the Alpenerplatz Interest Group will present its work, including a presentation by Kerstin Jansen of the Astrid-Lindgren-Schule, with the support of the minds & makers design office. And as one of the first joint projects by the residents themselves, on 23 September an urban gardening project will be launched with the assistance of a television figure, 'ZDF Gardener' Elmar Mai. Up-todate information on other activities can be found on the Alpenerplatz facebook page.

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