Claudia Wegworth / Kalaman

Nest in Peace

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Dass die von und für Menschen gebauten Städte auch von vielen Tieren als Lebensraum genutzt werden, ist zwar nicht zu übersehen, findet aber trotzdem erstaunlich wenig Beachtung. Besonders deutlich wird das, wenn man die große Zahl von Vogel- und Fledermausarten betrachtet, die sich in ihren Lebensgewohnheiten zum Teil derart spezialisiert haben, dass sie auf bestimmte bauliche Gegebenheiten regelrecht angewiesen sind. Ihre bemerkenswerten Anpassungsleistungen, etwa beim Nestbau oder bei der Nahrungssuche, haben eben auch zu entsprechenden Abhängigkeiten von den zivilisatorisch-technischen Bedingungen geführt, die der Mensch vorgibt. Mit ihrem Projekt Nest in Peace will die Künstlerin Claudia Wegworth während der plan-Woche auf die existenzgefährdenden Konsequenzen, die sich für Gebäudebrüter und Fledermäuse aus architektonischen und städtebaulichen Veränderungen ergeben können, aufmerksam machen – und dabei zeigen, welche Möglichkeiten bestehen, um eine für beide Seiten gedeihliche Nachbarschaft zu erhalten oder wieder herzustellen. Bei den allermeisten Sanierungen, Um- und Neubauten wird trotz zunehmender Ausrichtung auf Nachhaltigkeit vollkommen ignoriert, dass beispielsweise hermetisch-glatte Fassaden mit ihren fugenlos-bündigen Oberflächen für Vogelarten wie Mauersegler oder Schwalben nicht bewohnbar sind. Selbst der bis vor wenigen Jahren noch sehr verbreitete Spatz, den das WDR-Kinderfernsehen in den 70er Jahren sogar als Marionette Der Spatz vom Wallrafplatz zur großstädtischen Identifikationsfigur erkoren hatte, selbst dieser „Allerweltsvogel“ ist vielerorts fast verschwunden. Wegworth setzt ihm deshalb gemeinsam mit dem Künstler Kalaman in ihrer Installation Spatzenfavela ein Denkmal: „Die Sperlingsbrutkolonie in Form einer vielschichtig angeordneten Nisthilfe berücksichtigt, dass die Tiere als Koloniebrüter dicht aufeinander hausen. Eine Installation, die in der Praxis jederzeit einsetzbar sein soll.“ Die Ausstellung im Café Hallmackenreuther möchte mit verschiedenen Veranstaltungen über diese wenig bekannte Problematik umfassend informieren und einfache Lösungswege aufzeigen. Ansprechen will man Interessierte jeden Alters, ganz besonders aber auch jene, die aktiv am Baugeschehen beteiligt sind: Einfamilienhausbesitzer und Wohnungsbaugesellschaften, Immobilieninvestoren und öffentliche Bauherren genauso wie Bauhandwerker und Gartenbauer, Architekten und Freiraumplaner etc. Am 23. September hält die Biologin Jana Lübbert vom BUND Hannover einen Vortrag zum Thema Wärmesanierung und Artenschutz an Gebäuden, und am 26. September findet ein Workshop für Kinder statt, in dem Nisthilfen gebaut werden. Unter www.nestinpeace.de findet man weitere aktuelle Infos zu den Terminen.

 

Nest in Peace Cities may have been built by and for people. That our cities also provide a habitat for many animals cannot be overlooked, yet this fact also receives surprisingly little attention. This becomes particularly clear when one considers the large array of species of birds and bats that in some cases have specialised their habits so much that they have actually grown reliant on certain structural features. Their remarkable adaptations, in areas such as nest-building or foraging for food, have also led to forms of dependency on the civilisational-technical conditions laid down by humankind.
With her project, Nest in Peace, during plan week artist Claudia Wegworth will draw attention to the existential hazards that architectural and urban changes can pose to birds and bats that nest in buildings. She intends to point up the opportunities that await when we maintain or restore a fruitful relationship with our winged neighbours. Despite an increasing orientation around sustainability, the vast majority of new construction and restoration and conversion projects completely ignore the fact, for instance, that hermetically smooth façades with their seamlessly flush surfaces are uninhabitable for bird species such as swifts and swallows. Even the sparrow, in abundance up until only a few years ago – which the WDR children's television programme had selected as its urban standard bearer in the 1970's, the marionette Der Spatz vom Wallrafplatz – even this 'everybird' has nearly vanished in many areas. In response to this, Wegworth and artist Kalaman have created a monument to the sparrow in their installation Spatzenfavela: 'The sparrow-incubator colony in the form of a complex nesting aid accounts for the fact that these animals live close together in colonies. An installation designed for practical use at all times.'
With various events, the exhibition, in Café Hallmackenreuther, intends to provide visitors with extensive information about this little-known problem and to point up simple paths to solving it. The aim is to appeal to interested people of all ages, but particularly to those who are actively involved in construction: Owners of detached houses and development companies, real estate investors and public developers as well as construction workers and horticulturalists, architects and urban spatial planners, et al. On 23 September biologist Jana Lübbert of BUND Hanover will present a lecture on Thermal Renovation and Endangered-Species Protection in Buildings, and on 26 September a workshop will be held in which children can build birdhouses of their own. The latest information on the schedule of events can be found at www.nestinpeace.de.

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