BAUBOX Architekten / Claas Reinhard Design

Fluss-statt-Land

Go back

For english information please scroll down
Die gute Nachricht zuerst: Ab August 2013 besteht ein gesetzlicher Anspruch auf die Betreuung von Kindern ab einem Jahr. Das freut viele Eltern und mitunter auch jene, die es noch werden wollen. Es gibt dabei allerdings ein Problem: Das Angebot an Kitaplätzen ist noch immer weit entfernt vom tatsächlichen Bedarf, ganz besonders in großen, noch wachsenden Städten wie Köln. Die Unterversorgung wird allgemein mit Finanzierungsproblemen und dem Fehlen von qualifiziertem Personal begründet, hat in Köln aber vor allem mit einem Mangel an geeigneten Räumlichkeiten zu tun. Um zumindest für letztere Schwierigkeit eine Lösung zu finden, hat das Architekturbüro BAUBOX gemeinsam mit dem Designer Claas Reinhard eine Idee entwickelt, die sie anlässlich von plan12 vorstellen und diskutieren möchten. Da die Planung und der Bau von Kita-Einrichtungen in der Regel langwierige Vorhaben sind und geeignete Flächen mit den zahlreich zu erfüllenden Anforderungen in urbanen Strukturen gar nicht so leicht zu finden sind, erinnerte sich das Planungsteam daran, dass doch ein breiter Strom mitten durch Köln fließt. Wie wäre es also mit einer schwimmenden Kindertagesstätte, einem wohldurchdachten Schiffsumbau, der genau da festmacht, wo er am nötigsten gebraucht wird? Innen- und Freiräume sind hier gleichermaßen vorhanden, und für die Förderung von Kleinkindern wäre ein differenziertes Raumangebot umsetzbar. Der Rhein, der so viele ganz unterschiedliche Stadtteile verbindet, könnte dadurch ganz anders erlebt werden, eben nicht nur als Bundeswasserstraße oder touristische Attraktion, sondern als unmittelbarer Teil des städtischen Lebensraumes der Kölner. Wobei dieses Konzept natürlich nicht auf eine einzige Stadt beschränkt bleiben muss: Dank der Mobilität solcher Kita-Schiffe könnten ja nicht nur verschiedene Quartiere, sondern sogar unterschiedliche Städte entlang des Flusses zur temporären Versorgung angesteuert werden. Und die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten während der Wochenenden oder Ferienzeiten sind bestimmt ebenfalls einen Gedanken wert.
In der Bauwagen-Ausstellung vor dem Schokoladenmuseum an der Nordspitze des Rheinauhafens werden die Hintergründe des Kölner Kita-Ausbaus dargestellt sowie ein Entwurf gezeigt, der das Konzept in seinen realen Möglichkeiten veranschaulicht. Ziel der interdiziplinären Arbeitsgemeinschaft ist es, damit aber auch zu Diskussionen und weiteren Ideen anzuregen. Um miteinander ins Gespräch zu kommen, werden während der plan-Woche täglich um 16 und 20 Uhr persönliche Führungen durch die Ausstellung angeboten, die vom Schokoladenmuseum Köln unterstützt wird.

 


River-instead-of-land First the good news: beginning in August 2013, children one year of age or older will be legally entitled to child care. This is a welcome development for many parents, and for those who want to have children. But there's one problem: the supply of childcare spots is still far from meeting the actual need, and all the more so in large, still-growing cities such as Cologne. The shortage is generally attributed to financing problems and the
lack of qualified staff, but in Cologne it owes first and foremost to a lack of suitable facilities. To find a solution to this difficulty, the BAUBOX architects' office, together with designer Claas Reinhard, have developed an idea that they would like to present and discuss during plan12. Because the planning and construction of child-care facilities are usually a time-consuming affair, and because suitable spaces that satisfy the numerous requirements in urban structures are not so easy to find, the planning team reminded themselves that a broad river flows right through the heart of Cologne. So what about a floating child-care facility, a well-thought-out converted ship that would dock precisely where the need is the greatest? Here, interior and open spaces are both available, and a differentiated space concept for the education of small children could be implemented as well. This way the Rhine, a river that links so many very different districts of the city, could be experienced in a wholly different way, not just as an inland waterway or as a tourist attraction but as a direct part of the urban habitat of the residents of Cologne. Naturally, there is no need to confine this concept to a single city: because such kindergarten vessels are mobile, they could set sail not only for different neighbourhoods but in fact for different cities along the river on a temporary basis. And the variety of possible usages during weekends or school holidays is certainly also worth a thought or two.
The exhibition in the construction-trailer exhibition in front of the Chocolate Museum at the northern tip of the Rheinauhafen harbour complex presents the background of the Cologne child-care extension along with a design that visualises the real benefits of the concept itself. The objective of the interdisciplinary working group, though, is also to stimulate discussion and to encourage other interesting ideas. To promote dialogue, personal tours of the exhibition are offered daily at 4:00 and 8:00 p.m. during plan week. The Cologne Chocolate Museum has contributed funding for the exhibition.

Go back